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Die Frage der Herrschaft. Die Zerschlagung des bürgerlichen Staates.
 
Aus Theoretische Fragen im Programm der KKE, Ideologischer Ausschuss des ZK der KKE, Synchroni Epochi, 2013, S. 77-80.
 
Aus diesen Gründen ist es eine Tatsache, dass die revolutionäre Mehrheit nur außerhalb der Institutionen dieser Demokratie gebildet werden kann und nur, wenn ihr Zweifel groß genug ist, wenn die Illusionen und Täuschungen dieser Institutionen zerstört werden zugunsten von Lösungen für das Volk, und nur in dem Maße, in dem sich die Arbeiterklasse in den produktiven Einheiten nicht nur wirtschaftlich, sondern in politische Richtung organisiert, dh. im Kampf für seine eigene Herrschaft. Lenin schrieb gegen die Opportunisten, indem er auf die Täuschung antwortete, dass das Proletariat und die ärmsten Schichten des Volkes durch bürgerliche Wahlen eine Mehrheit erlangen könnten, welche ihnen Möglichkeit gibt die politische Macht zu ergreifen:
 
"Nur kleinbürgerliche Demokraten, die „Sozialisten" und „Sozialdemokraten" als ihre gegenwärtigen Hauptvertreter, können sich einbilden, daß die werktätigen Massen im Kapitalismus imstande sind, eine dermaßen hohe Bewußtseinsstufe und Charakterfestigkeit, einen solchen Scharfblick und weiten politischen Gesichtskreis zu gewinnen, um sich durch bloße Abstimmung oder überhaupt auf irgendeine Weise im voraus, ohne lange Kampferfahrung für die eine oder die andere Klasse oder Partei entscheiden zu können.[1]
 
Wie oft machte die Arbeiterbewegung den Fehler, zu glauben, dass die Arbeiterklasse die Macht mittels der bürgerlichen Institutionen erreichen könnte, indem sie die parlamentarische Mehrheit sicherstellt oder einen Kompromiss mit diesen Institutionen eingeht. Das Ergebnis war, dass sie ein Anhängsel der Bourgeoisie oder Teilen von ihr wurde, dass sie in die Unterstützung der Herrschaft der Monopole integriert wurde, der Verlust ihres Kurses und der wirtschaftlichen Errungenschaften. Es geschah auch nicht wenige Male, dass die Illusionen über Teile der Bourgeoisie, über die Institutionen des bürgerlichen Staates und den bürgerlichen Parlamentarismus die Möglichkeit erschufen, dass die Arbeiterklasse gegenüber staatlicher Repression entwaffnet war, sie schufen den Spielraum dafür, dass sie massiv geschlagen wurde (zB in Chile 1973, etc.).
 

Mit großer Trauer haben wir die Nachricht erhalten, dass der kubanische Genosse Fidel Castro Ruz  in der Nacht vom 25. auf den 26. November verstorben ist. Die Welt hat mit ihm einen großen und unersetzbaren Menschenfreund, Kommunisten und proletarischen Internationalisten verloren.

Wir drücken unser aufrichtiges Beileid an das kubanische Volk aus, dessen Verlustschmerz wir in diesen Tagen teilen. Auch uns hat die Geschichte der kubanischen Revolution und das Leben Fidel Castros wesentlich in unserem Dasein als Kommunisten und Antiimperialisten geprägt.

 

Als Sohn einer bürgerlichen, relativ wohlhabenden Familie und Doktor der Rechtswissenschaften, der er war, hätte Fidel die Möglichkeit gehabt ein einfaches Leben in Wohlstand zu führen. Doch er entschied sich für das unbequeme und gefährliche Leben als Revolutionär.

Was viele nicht wissen, ist, dass Fidel sich schon 1947 einer Rebellengruppe angeschlossen hat, die versucht hatte den dominikanischen Diktator Trujillo zu stürzen. Am 26. Juli 1953 erfolgte mit dem Sturm auf die Moncada-Kaserne der Beginn der kubanischen Revolution, die am 1. Januar 1959 gesiegt hat. Für Fidel war die Revolution eine Fortführung der kubanischen Unabhängigkeitskämpfe und er datierte ihren Beginn deshalb früher ein. Unter seiner Führung wurden danach in Kuba ein hervorragendes Medizin-, Bildungs- und Sozialsystem aufgebaut, welche international Anerkennung fanden und finden und trotz begrenzter Ressourcen und des Wirtschaftsembargos in vielen Punkten die meisten reichen kapitalistischen Länder übertreffen. Doch Fidel Castro war nicht nur für sein eigenes Volk da. Mehrere antiimperialistische und antikoloniale Befreiungsbewegungen in Lateinamerika und Afrika wurden von ihm unterstützt. So hat Angola nach seiner Unabhängigkeit mit Unterstützung kubanischer Truppen einen Angriffskrieg vom südafrikanische Apartheidregime zurückgeschlagen.

 

Von Seiten der USA hat man sehr oft versucht die kubanische Revolution zu zerschlagen. So sollte mit der Invasion in der Schweinebucht 1961 ein Regime-Change erzwungen werden. Ebenso wurden terroristische Gruppen finanziert und ausgerüstet, die in Kuba für Bombenanschläge und Entführungen verantwortlich sind. Für Fidel selbst hatten sie über 600 Pläne ihn umzubringen. Er überstand alle Versuche und blieb der Welt lange erhalten. Trotz seines hohen Alters hat er sich in den letzten Jahren nicht vollständig aus dem Streit der Welt zurückgezogen, sondern sich immer wieder zu Wort gemeldet, kritisiert und Vorschläge gemacht.

 

Mögen einige Exilkubaner dieser Tage auf den Straßen Miamis feiern und mögen die Herren Imperialisten noch so viel Beileid heucheln, Fidel Castro wird niemals wirklich sterben, denn: Das, was Fidel geschaffen hat, sowohl an Ideen als auch Materiell, wird niemals vergehen. Dafür sind das kubanische Volk, das an seiner Seite einige harte Zeiten überstanden hat, und wir Antiimperialisten zu stolz ihn in unseren Reihen gehabt zu haben.

 

Es ist unsere Pflicht den Kampf fortzusetzen, auf das der Mensch niemals mehr ein unterdrücktes Wesen ist. Das würde er wollen und das sind wir ihm schuldig, auf alle Zeit. Danke für alles, Fidel!