Wie Sie sehen, ist das Thema der heutigen Pressekonferenz so kompliziert, dass ich mir sogar einen Spickzettel geschrieben habe. Einen kleinen.

Sind alle fertig?

Laßt uns dann anfangen.

Eigentlich will ich Ihnen heute über die Situation erzählen, die mir als wild und unhaltbar erscheint. Das ist die Situation um das abgeschossene Flugzeug und Menschen, die gestorben sind bei dieser, wir nennen sie so, Katastrophe.

Damit sie verstehen, sobald die Katastrophe passiert ist, haben wir mit unseren Kräften, sehr bescheidenen, die wir dafür einteilen konnten, die Fläche der Katastrophe abgeriegelt. Das ist eine sehr große Fläche, über 10 qkm, über die die Trümmer vom Flugzeug und die Körper der Toten zerstreut sind. Sofort wurde ein operativer Stab gegründet, der sowohl eine Gruppe der Staatsanwälte als auch eine Gruppe der Ermittler umfasst sowie die Gruppe der medizinischen Experten.

Dieser Stab hat jedoch nichts am Tatort angefasst und wartete auf die Ankunft der internationalen Experten und Fachleute. Gestern wurde, sagen wir so, Tatort von einer Gruppe mit 14 Vertretern der OSZE und 4 ukrainischen Experten besucht. Nachts gab es ein Treffen mit dem Leiter der OSZE-Mission hier, wie ich verstehe, ist es der stellvertrendende Leiter der OSZE-Mission in der Ukraine, Alexander Hug. Gestern nacht haben wir uns getroffen und haben uns lange und ernsthaft unterhalten zum Theme dieses Ereignisses.

Man muss sagen, dass die OSZE-Vertreter nicht sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit uns waren und ich erkläre den Grund dieser Unzufriedenheit.

Sie meinten, dass die Bewachung, die wir ihnen gegeben haben, erlaubt ihnen nicht, sich aktiv genug im ganzen Feld, in diesem ganzen Territorium, in dem das Ereignis passierte, zu bewegen. Ich habe ihnen erklärt und ich erkläre jetzt auch Ihnen, das ist damit verbunden, dass der Katastrophenort faktisch im neutralen Streifen liegt. Im Streifen, wo unsere Einheiten und die des Feindes, das heißt der ukrainischen Streitkräfte, sich faktisch berühren. Entsprechend, stellt der Verbleib auf diesem Territorium eine potentielle Gefahr dar. Und unsere Bewachung hat vor Allem versucht die Sicherheit der Mitglieder der OSZE-Mission zu gewährleisten.

Ich muss sagen, dass sie mich nach Sicherheitsgarantien fragten, die wir den Experten, Mitarbeitern der OSZE geben können. Wir haben ihnen das versprochen und versprechen, dass die von uns maximal mögliche Sicherheit, die gewährleistet werden kann, wird gewährleistet. Jedoch, natürlich bleibt die Situation in einer Kampfzone angespannt. Mehr noch, ich will sagen, dass auch gestern die Konsultationen stattfanden mit einer Konsultationsgruppe aus Kiev. Sie wurden als Videokonferenz durchgeführt. Und ich will sagen, dabei war gar keine Rede von dem humanitären Stopp der Beschüsse und den humanitären Korridoren. Entsprechend setzen sich die Kampfhandlungen an der ganzen Front fort und setzen sich aktiv fort, deswegen können wir die Sicherheit nur mit Hinblick darauf relativ gewährleisten.

 

Gleichzeitig teilte uns Alexander Hug mit, dass die OSZE-Mission darauf besteht, dass der Tatort bis zur Ankunft aller Experten unberührt erhalten bleibt. Weil es wichtig ist, und wir müssten uns vor den 57 Ländern, die eigentlich zu dieser verehrten Organisation gehören, Rechenschaft ablegen, falls wir irgendwie den Tatort berühren.

Wir berühren ihn noch nicht. Jedoch wollen wir darauf aufmerksam machen, dass es einen humanitären Aspekt gibt. Und der humanitäre Aspekt, wie sie verstehen, er ist sehr ernst. Es gibt einfach Sachen, die universall menschlich sind. Die Köper der fast 300 Toten sind zerstreut über dieses riesengroße Feld. Ein Teil dieser Köper fiel auf und in die Wohnhäuser. Wir versuchen diese Situation nicht zu verändern, wir versuchen nicht, wir lassen sie unverändert. Noch. Aber sie wissen doch, dass es in Donezk praktisch 30 Grad Hitze herrschen und, verzeihen sie, die Köper verwesen. Und wir finden, dass die Verzögerung hier, sie ist einfach nur unmenschlich in Bezug auf die Verwandten, Freunden und allen Nächsten der Toten. Wir drücken noch mal unser tiefstes Beileid aus. Sie sind zu den unschuldigen Opfern dieses unerklärten Krieges geworden.

Wir wissen vom Alexander Bug, dass sich in Kiev eine Gruppe von ganzen 81 Experten und Fachleuten befindet. 60 Menschen aus Malaysia, 6 Menschen, wenn ich mich nicht irre, aus Großbritanien, einige Experten aus den USA. Wir baten Alexander Bug, dass er diese Expertengruppe zur maximal möglichen Eile auffordert. Wir sind bereit ihnen die maximal mögliche Sicherheitsstufe zu gewährleisten, die in unserer Kraft steht. Wir wollen, dass sie so schnell wie möglich zu dem Tatort kommen. Jedoch wurde uns gesagt, dass diese Gruppe, die Gruppe mit 81 Experten, heute in Kiev noch miteinander über irgendwas berät, und erst morgen, möglicherweise morgen, zu dem Ereignisort kommt. Es erscheint uns, und wir bitten die ganze Weltgemeinschaft, alle Politiker, sich irgendwie zu bemühen – entschuldigen sie mir das Wort – Druck auszuüben – schlechtes Wort? – Einfluss zu nehmen auf diese Experten, damit sie irgendwie schneller kommen. Aus einem einfachen Grund – Hitze.

Die Situation dort ist kompliziert. Sie kann sich jeden Augenblick ändern. Und sie kann sich ganz einfach ändern – das ist die Kampfzone. Jeder Artilleriebeschuss, Bombardierung würden die Lage auf dem Ort des Geschehens prinzipiell verändern. Diese Gruppe, wenn sie denn tatsächlich arbeiten will, sie muss so schnell wie möglich zu dem Tatort kommen und anfangen zu arbeiten. Wir arbeiten auch mit dem internationalen Roten Kreuz, das uns auch die Versendung ihrer Spezialisten versprochen hat. Aber, leider, erst morgen. Ich wiederhole noch mal. Währenddessen bleiben die Körper der unschuldigen Menschen, die in diesem Krieg getötet wurden, zerstreut auf dem riesigen Territorium von 10 qkm, auf dem Territorium, wo, zu allem anderen, entschuldigen sie mich, auch verwilderte Hunde leben und eine große Anzahl der Füchse, die anfangen werden diese Körper auseinander zu tragen. Und dieses Territorium befindet ich unter der möglichen und wahrscheinlichen Einwirkung unseres Feindes. Es kann von ihm beschossen werden. Jede Minute kann die Lage am Tatort verändert werden in der Weise, dass wir keine Möglichkeit mehr haben weder für genetische Expertise noch für technische Expertisen der Flugzeugtrümmer. Deswegen bitten wir, bestehen wir, rufen wir dazu auf – alles mögliche – die Expertengruppe so schnell wie möglich zu dem Tatort zu kommen.

Wir sind an maximal vollständigen, objektiven Untersuchung der Umstände dieses Zwischenfalls interessiert. Jedoch begegnet uns kein guter Wille der internationalen Experten und, entschuldigen sie, sehen wir keinen guten Willen der ganzen internationalen Gemeinschaft.

Wir sind darüber aufs Äußerste verwundert. Und wir sind, ehrlich gesagt, empört darüber, dass wir gezwungen werden die Lage unberührt zu lassen während wir auf die Experten immer noch warten und warten. Es gibt einfach ein menschlicher Aspekt, ein universell menschlicher Aspekt dieses Problems. Wie werden wir die Köper der Toten zurück geben – in welchem Zustand? Wofür wird das gemacht? Es erscheint uns, dass das möglich eine künstlich erzeugte Verzögerung ist, die von Kiev organisiert wurde, um den Ort des Geschehens zu verändern. Damit die Experten keinen Zugang zum Ort des Geschehens bekommen. Damit die Verhältnisse am Ort des Geschehens verändert werden. Um irgendwie die Untersuchung entweder unmöglich oder unvollständig machen. Und wir brauchen, dass sie nicht nur möglich ist, sondern, dass sie maximal schnell und maximal vollständig wird. Es erscheint uns, dass wir teilweise mit, wenn sie so wollen, Sabotage dieser Untersuchung zu tun haben.

Möglicherweise wird es gemacht, weil die Ukraine und die ukrainische Machthaber an der Untersuchung dieser Situation nicht interessiert sind. An der reellen Untersuchung dieser Situation. Möglicherweise bieten sie deswegen keine humanitären Korridore und Waffenstillstand wenigstens in dieser Zone an. In der Zone, die unmittelbar am Tatort liegt.

Also, jetzt erklären wir uns noch mit, sagen wir so, Bitten der OSZE-Vertreter einverstanden und unser Ermittlungsteam, obwohl wir über 30 Ermittler haben aus dem Innenministerium und der Staatsanwaltschaft, obwohl wir 15 bereite medizinische Experten haben, fangen wir keine Arbeiten am Tatort an. Verzeihen sie mir den schwarzen Humor – wir berühren nicht mal die Situation bei der Oma, wo durch das Dach eine, entschuldigen sie, nackte Leiche direkt in ihr Bett fiel. Und sie sagt, nehmen sie das aus meinem Bett diesen Körper. Und wir sagen, nein, Entschuldigung, wir dürfen nichts verändern.

Verstehen sie, wovon die Rede ist? Die Rede ist von den Körpern der unschuldigen Menschen, die in der 30 Grad Hitze liegen. Das ist nur so. Das ist der universell menschlicher Aspekt.

Mehr noch, ich betone das noch mal. Die Situation kann sich in jedem Augenblick durch die Handlungen seitens unseres Feindes verändern. Sagen wir mal so, technisch verändern. Es können Bomben, Geschosse, Raketen fallen und die Untersuchung wird unmöglich.

Ich möchte noch mal sagen, dass wir uns das Recht vorbehalten, wenn diese Verzögerung, künstliche und keine zufällige – ich will niemanden beschuldigen – sich fortsetzt, dass wir anfangen werden zu arbeiten. Wenigstens die toten Köper aufzuräumen. Jedoch machen wir das heute noch nicht und warten sehr stark, ich würde sagen, sehr gespannt, auf die Experten, Spezialisten des Roten Kreuz, medizinische Gerichtsexperten, alle diejenigen, die uns helfen die Köper aufzuräumen, Expertise durchzuführen, sowohl die technische als auch die genetische. Mit einem Wort, mit diesem kolossalen Problem und kolossaler Tragödie zurecht zu kommen.

Wir wenden uns auch an die Russische Föderation mit der Bitte uns zu helfen dieses Problem zu lösen. Wenn es möglich ist, seine Experten, seine Fachleute zu schicken, die uns helfen würden dieses Problem zu lösen. Wir glauben, dass die Verzögerung hier, milde gesagt, unschön aussieht. Und die Verzögerung hier sieht aus unserer Sicht unmenschlich gegenüber den Verwandten, Freunden und Nächsten der toten Menschen aus.

Das ist vorerst alles. Ich bitte um Fragen, falls sie welche haben.

Frage: Haben sie die Black Boxes?

- Die Black Boxes wurden noch nicht gefunden, weil wir nichts am Tatort anfassen. Darauf besteht die OSZE-Mission. Es müssen ihre Experten kommen und unter Anderem auch die Black Boxes suchen. Die 4 Experten von der ukrainischen Seiten sind schon angekommen. Sie waren gestern am Tatort und werden heute auch dort sein, jetzt sind sie gerade unterwegs dorthin zusammen mit den 14 OSZE-Vertretern. Sie werden dort arbeiten. Wir werden das maximal breite Feld für die Arbeit ermöglichen, nur, wie sie selbst verstehen, werden wir uns sehr bemühen ihre Sicherheit zu gewährleisten. Wir werden den maximalen Zugang zu dem Tatort gewähren. Sie waren gestern dort und sind jetzt auch dort und arbeiten dort auch heute.

Quelle: http://anjamueller.livejournal.com/56053.html