Liebe Genossen,
 
gerade in diesen Tagen zeigt der Kapitalismus wieder einmal seine wahre Fratze: Bei Temperaturen um ca. -20 Grad herum erfrieren europaweit dutzende Menschen. Wie so oft trifft es die Ärmsten, nämlich Obdachlose. Obdachlose: Allein in Berlin leben nach Angaben von „unbeachtet.org“ etwa 11.000 Menschen auf der Straße ( http://unbeachtet.org/zahlen-obdachlosigkeit-in-deutschland/), für die BRD benennt die BAG Wohnungslosenhilfe (BAG W) einen drastischen Anstieg der Wohnungslosigkeit: 2014 waren ca. 335.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung; seit 2012 war dies ein Anstieg um ca. 18 %. (http://www.bag-wohnungslosenhilfe.de/…/zahl_der_wohnungslo…/)
 
Doch europaweit erfrieren auch Leute in ihren Wohnungen, da sie arm sind: "Neben den zahlreichen erfrorenen Obdachlosen seien auch rund 30 Personen in ihren Häusern und Wohnungen an Kälte gestorben. Sie hätten sich wegen ihrer Armut keine Heizung mehr leisten können,...". (http://www.blick.ch/…/winterkaelte-in-ungarn-doppelt-so-vie…)
Hinzu kommen zu Zeiten der EU-Flüchtlingsabwehr auch Flüchtlinge, die über unzugängliches Gelände die Sicherungsanlagen und NATO-Stacheldraht-Verhaue umgehen wollen und einfach in irgendeinem Gebirge krepieren.
 
Die "Welt" benennt zwar die Toten, unterschlägt aber in ihrer Überschrift, dass es eben auch Personen mit festem Wohnsitz sind, die umkommen:
"Kältewelle in Europa - Obdachlose und Flüchtlinge sterben" (https://www.welt.de/…/Kaeltewelle-in-Europa-Obdachlose-und-…).
Und die "Tagesschau" schafft es gar, die selbst gemachten Informationen zu dieser Katastrophe in der eigenen Überschrift zu ihrem Artikel herunterzuspielen: "Eisige Temperaturen in Europa - Mehrere Kältetote und Glätte" (https://www.tagesschau.de/ausland/kaelte-115.html)
 
Netto sind es vermutlich bereits mehrere hunderte, die seit November ums Leben gekommen sind; zugegeben werden allein über 80 Personen in Ungarn und über 40 in Polen. Sie sind Opfer eines Systems, in dem diejenigen nicht zählen, die aus dem menschenverachtenden Irrsinn von Ausbeutung-Konsum-Anpassung herausgedrängt wurden. Vielmehr werden sie häufig - achten wir allein auf die Hartz-IV-Strafmaßnahmen - mit "Regelungen" bedacht, die in Gesetz gegossener Faschismus sind.
 
Nein, über die BRD finden sich bislang keine Angaben, aber gleichfalls gibt es Tote. Nur selten hebt sich der Schleier über der BRD-Realität. Doch offenbar geschieht das nur dann, wenn sich mit einer Tränendrüsen-Story daraus mal wieder Profit schlagen lässt: "Düsseldorfer Obdachlose Elli starb in Eiseskälte – und hinterlässt rührendes Tagebuch" (http://www.express.de/…/duesseldorfer-obdachlose-elli-starb…).
Loben wir da nicht die Kirche und ihr Oberhaupt? "Papst Franziskus ließ spezielle Schlafsäcke an Obdachlose in Rom verteilen und stellte Autos bereit. Außerdem seien Hilfszentren länger geöffnet für diejenigen, die sich aufwärmen müssten, sagte der Päpstliche Almosenmeister Konrad Krajewski... Die Schlafsäcke würden unterdessen bei Temperaturen bis zu minus 20 Grad noch warm halten." (https://www.suedtirolnews.it/…/dutzende-kaeltetote-in-europa)
 
Das ist wahre Menschenfreundlichkeit: Der überreiche und zahlreiche Immobilien besitzende Vatikan schickt seinen "Almosenmeister", und der verteilt Schlafsäcke. Vermutlich hofft man kirchlicherseits, dass den berühmten, Johann Heinrich Pestalozzi zugeschriebenen Spruch sowieso niemand versteht:
“Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade.”
 
Denn es geht um Rechte. Es geht um Recht auf Wohnung, Recht auf Arbeit, Recht auf soziale Sicherheit, Recht auf Bildung…
Diese Rechte sind freilich in einer Ausbeutungsgesellschaft nicht zu haben, das beschrieb Bertolt Brecht bereits in „Me-Ti. Buch der Wendungen“:
 
„Es gibt viele Arten zu töten. Man kann einem ein Messer in den Bauch stechen, einem das Brot entziehen, einen von einer Krankheit nicht heilen, einen in eine schlechte Wohnung stecken, einen durch Arbeit zu Tode schinden, einen zum Suizid treiben, einen in den Krieg führen usw. Nur weniges davon ist in unserem Staat verboten.“
 
Zur Verwirklichung solch grundlegender sozialer Menschenrechte ist Sozialismus Voraussetzung! Doch bis dahin ist der Weg weit, und vielen Leuten geht es jetzt dreckig, auf der Straße und eben auch in ihren Wohnungen.
Daher ist Solidarität wichtig –
Sehen wir nicht weg! Unterstützen wir, wann immer und wie wir können!