China

«China wird in den nächsten zehn Jahren zu einem der größten “Erzeuger“ von Milliardären werden – in einer Studie wird geschätzt, dass das Land in dieser Zeit 154 neue Milliardäre hervorbringen wird.» (CIIC, Beijing)

 

Laut China Internet Information Center (CIIC) wird die VR China in den nächsten 10 Jahren über zwei Drittel der “Top 30 Milliardäre“ hervorbringenden Städte verfügen. CIIC beruft sich dabei auf den “Wealth Report 2015", der von der Immobilienberatung Knight Frank und der Bank of China International gemeinsam im März 2015 herausgegeben wurde.

 

Im gemeinsamen Bericht kommt man zu dem Ergebnis, dass Asien Nordamerika im letzten Jahr als die Region mit der Zunahme der „ultrareichen Individuen“, darunter auch die bourgeoissozialistische VR China, überholt hat.

 

«Unter den wichtigsten Städten der Ultrareichen – also Personen, die 30 Millionen US-Dollar (ab 24 Millionen Euro aufwärts) oder mehr besitzen – belegte Shanghai in diesem Jahr den fünften und Beijing den neunten Platz.» (CIIC, Beijing)

 

Zu den sog. Top 10 Städten der Ultrareichen gehören demnach London, New York, Hongkong, Singapur, Shanghai, Miami, Paris, Dubai, Beijing (Peking) und Zürich.

 

“Die steigende Bedeutung der chinesischen Städte spiegelt die Entwicklung der wirtschaftlichen Macht Chinas in den letzten und in den nächsten zehn Jahren wider“, sagt Ji Yanxun, Direktor und Leiter der Abteilung Marktforschung und Beratung China bei Knight Frank.

 

«Ein utrareicher Chinese vom Festland besitzt im Durchschnitt 4,7 Wohnungen, einer aus Hongkong bringt es im Schnitt auf 4,6 Häuser – damit sind diese zwei Gruppen diejenigen mit der größten Anzahl von Eigentumswohnungen weltweit.» (CIIC, Beijing)

 

[Ein modifizierter Auszug, vgl.]

 

Quelle: China Internet Information Center (CIIC, Beijing), German.china.org.cn, 12.03.2015: China bringt immer mehr Milliardäre hervor.

German.china.org.cn/business/txt/2015-03/12/content_35030635.htm

 

Nachtrag

 

„Die Bourgeoisie stellt sich die Welt, worin sie herrscht, natürlich als die beste Welt vor. Der Bourgeoissozialismus arbeitet diese tröstliche Vorstellung zu einem halben oder ganzen System aus. Wenn er das Proletariat auffordert, seine Systeme zu verwirklichen und in das neue Jerusalem einzugehn, so verlangt er im Grunde nur, dass es in der jetzigen Gesellschaft stehenbleibe, aber seine gehässigen Vorstellungen von derselben abstreife.“

 

(Vgl. Karl Marx und Friedrich Engels. In: Manifest der Kommunistischen Partei.)

 

22.03.2015, Reinhold Schramm

 

Am 07.06.2014 kritisierten wir die DKP für ihre Position zu China. Nach Veröffentlichung des Artikels erhielten wir Anfragen von Lesern, wie wir zu der Position der MLPD zu den Ereignissen rund um den Tiananmen stehen[1]. Dem gehen wir nun nach.

 

Die konterrevolutionäre Rolle der MLPD

 

Wieder einmal erweist sich die MLPD, die sich unverdienterweise „marxistisch-leninistisch“ nennt, innerhalb kürzester Zeit nach der Unterstützung der konterrevolutionären Banditen in Syrien und Libyen als das was sie wirklich ist: Eine zutiefst konterrevolutionäre Kraft, die die Arbeiterjugend und das Proletariat irreführen will. So begrüßt sie immer noch die Konterevolution von 1989 in Osteuropa als Sieg gegen den „bürokratischen Kapitalismus“. Auch mit ihrer Analyse der Ereignisse um den Tiananmen im Jahr 1989 irrt sie. Zwar analysiert sie noch richtig, dass China kein sozialistisches Land mehr ist und die Parteiführung revisionistisch ist, allerdings geht sie nicht vom Historischen Materialismus aus.

 

Die MLPD analysiert nicht den Klassenstandpunkt der Studenten, die von ihrem kleinbürgerlichen Standpunkt nach der „reinen (bürgerlichen) Demokratie“ schreien. Diese wollten nämlich keineswegs eine Rückkehr zum Sozialismus, sondern die Überreste des Sozialismus zugunsten einer vollends „kapitalistischen Demokratie“ beseitigen. Wo die MLPD hingegen die Beteiligung von Arbeitern erwähnt, da ignoriert sie den konterrevolutionären, rückwärtsgewandten Charakter.

Weiterlesen: China und die MLPD

Nun ist es schon ein Jahr her, dass wir unseren ersten Teil unseres Rechenschaftsberichts veröffentlicht haben. Damals zeigten wir auf, warum unter Patrik Köbele, dem neuen „linken“ DKP-Vorsitzenden, keine nennenswerten Veränderungen in Richtung Marxismus-Leninismus stattfinden wird[1]. Bisher behielten wir recht: Leo Mayer ist immer noch in der DKP und ein Bekenntnis zur Kaderpartei leninschen Typ hat es auch noch nicht gegeben. Die Bildung entfaltet sich ebenfalls nicht in der DKP.

 

Sicherlich bedeutet dies nicht, dass es nicht auch Änderungen und Veränderungen gibt, nur eben nicht zum Guten. Dazu zählt auch der pro-China Kurs der neuen DKP Führung, der seit Jahren von der Göttinger DKP/Secarts-Gruppe vorangetrieben wurde - nicht ohne Grund räumten wir dieser Organisation einen kleinen Teil im Rechenschaftsbericht ein[2].

 

Nun wurde auf der offiziellen News-Seite der DKP ein weiterer pro-chinesischer Text veröffentlicht, der die Frage klären soll ob China sozialistisch oder kapitalistisch sei.[3] An dieser Frage knabbert die kommunistische Bewegung der BRD nicht erst seit 1991. Schon zu Zeiten der offenen Klassenauseinandersetzung des Weltsozialismus mit dem Weltimperialismus spielte China eine besondere Rolle, auch für die linke Bewegung der BRD. Die DKP stand an der Seite der sozialistischen DDR und der Warschauer Vertrags-Staaten.

 

Richtigerweise rügten sie Pekings Aggressionen gegen Vietnam[4] und setzten der zersetzenden maoistischen Propaganda die internationale Solidarität entgegen. Das hat sich nach 1991 dramatisch geändert.[5] Es ist geradezu Selbstbetrug bis 1991 von einem antikommunistischem China zu sprechen und ab 1991 von einem sozialistischen China, obwohl die Warenwirtschaft wuchert, wie noch nie zuvor!

 

Aber nun genauer zu ihrem Text. Die DKP hat ihrer Text in drei Teile aufgegliedert. Am Anfang zählen sie Fakten auf, die außer vielen Zahlen nicht viel aussagen (sollen). Sie kommentieren es schließlich nicht. Der mittlere Teil geht auf einige Fehlentwicklungen in China ein. Der Abschluss bezieht sich auf die anfangs genannten Zahlen und endet mit einer Wertung.

 

Der DKP-Text verkündet zu Beginn:

„Zwi­schen 1978 und 2006 ha­ben sich die Ex­por­te Chi­nas von 9,8 Mrd. $ auf 969 Mrd. $ erhöht, das ist fast das Hun­dert­fa­che. 2009 hat Chi­na Deutsch­land als >>Ex­port­welt­meis­ter<< von Platz 1 ver­drängt.“, und weiter: „2005 wur­den 58 % der Ex­por­te durch Fa­bri­ken mit ausländi­schem Ka­pi­tal er­zeugt.“

 

Weiterlesen: Die DKP und China - ein weiteres Kapitel