Nach dem Abschuss eines syrischen Kampfflugzeugs wegen einer angeblichen Grenzverletzung am Wochenende demonstriert die Türkei weiter Stärke.

Die Türkei ist als Antwort auf die Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit von syrischer Seite zu "jeglichen notwendigen Maßnahmen" bereit, sagte Außenminister Ahmet Davutoglu am Mittwoch in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Dazu gehörten auch Militäraktionen jenseits der Grenze.


Er rate "keiner syrischen Bewegung" und auch nicht der Regierung in Damaskus, Ankaras "Entschlossenheit" auf die Probe zu stellen, fügte der Außenminister hinzu.


Die türkische Republik sei ein "mächtiger Staat", der niemals zögere, "alle von ihm zum Schutz seiner nationalen Sicherheit für notwendig erachteten legalen Maßnahmen - im Einklang mit internationalem Recht - zu ergreifen". Das gelte auch für die Region in der nordsyrischen Provinz Aleppo, in der sich der unter türkischer Oberhoheit befindliche Schrein von Suleiman Schah befindet. Über dem Grabmal des Großvaters von Osman I., dem Gründer des osmanischen Reichs, weht eine türkische Fahne. Auch eine kleine Garnison türkischer Soldaten ist dort symbolisch stationiert.

Die Beziehungen zwischen der Türkei und Syrien sind zunehmend gespannt. Am Sonntag schoss die türkische Armee an der Grenze zu Syrien ein syrisches Kampfflugzeug ab. Nach Berichten türkischer Medien hatte die türkische Armee die Piloten von zwei syrischen Kampfjets, die sich der Grenze genähert hätten, aufgefordert abzudrehen. Einer der Piloten habe die Warnung jedoch ignoriert. Daraufhin seien türkische F-16-Kampfjets aufgestiegen, die dann das syrische Flugzeug abgeschossen hätten. Der Pilot hatte sich nach syrischen Angaben retten können.


Damaskus verurteilte die "ungeheuerliche Aggression", die türkische Führung gratulierte dem Militär.

Davutoglu sagte dazu in dem Interview, die "Gefechtsregeln" der Türkei seien "kein Geheimnis". Sie bestünden "nicht nur auf dem Papier". Ankara habe "versucht, Spannung und Konflikt" zu vermeiden. Doch die syrische Seite habe es "gewagt, unsere Abschreckung zu testen".


Laut dem türkischen Präsidenten Abdullah Gül befindet sich das türkische Militär in Alarmbereitschaft. Den Abschuss der syrischen Maschine verteidigte er. Man habe getan, was notwendig gewesen wäre. Im Vorfeld sei klar gewesen, dass die Türkei eine Grenzverletzung nicht tolerieren werde.


Der abgeschossene syrische Pilot bestreitet das. Wie die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA berichtet, gebe er an, sieben Kilometer innerhalb syrischen Luftraums abgeschossen worden zu sein. Nach seiner Rettung mit dem Schleudersitz soll er in einem Dorf in der Provinz Latakia Bahluliya gelandet sein.


Die türkische Regierung wird von ihren westlichen Partnern regelmäßig beschuldigt, den für den Sturz des syrischen Präsidenten Bashar al-Assad kämpfenden Rebellen, darunter auch extremistischen Gruppen, Waffen zu liefern. Die türkische Regierung bestreitet das.


Quelle: Der Standard/t-online.de/Deutsch Türkische Nachrichten/Isna

(http://german.irib.ir/analysen/beitraege/item/257359-t%C3%BCrkei-droht-syrien-mit-angriff)